Der abgebrannte Marstall der Stadt

 

Der Marstall in Münstermaifeld wurde 1535 durch Kurfürst Johann III. von Metzenhausen erbaut. Johann Büchel V. schreibt in seiner Chronik:

"Die vormalige Probstliche Kellerey und Marstall samt Zugehör, liegt am südlichen Theil des Jahrmark und dem nördlichen Theil des Wochenmark und scheidet beide Marktplätz voneinander, gehet in gerader Linie westwärts von der Kirchstraß zu Osten und bildet ein Theil der Herrenstraß, hat eine Länge von 90 Metres und eine Breits von 36 Metres."

Damit war der Marstall das nach der Stiftskirche, zweitgrößte- und höchste Gebäude der Stadt. Über eine mächtige Treppe waren die drei Speicherebenen zur Aufnahme des Zehnten und anderer Abgaben erreichbar. Unterhalb waren Stallungen untergebracht.

Leider brannte das Gemäude am 1.Februar 1914 bis auf die Grundmauern nieder.

Vermutlich durch Brandstiftung brach im Seitenteil, der Tenne, das Feuer aus. Dort waren die Stroh- und Futtervorräte des damaligen Pächters Jakob Krechel (Eigentümer des in der Nähe stehenden Maifelder Hofes) aufgestapelt, die dem Feuer reichlich Nahrung boten. Trotz des stundenlang andauernden Funkenregens, der über die Häuser der östlichen Herrenstraße, über die Stiftsstraße und das Pfarrhaus sowie das Anwesen Krechel (Maifelder Hof) nieder ging, fing kein weiteres Gebäude Feuer. Unter der Leitung des Bürgermeisters konnten sechs Wehren das Nebengebäude mit Casion (heutiges Gebäude Propstei II) bis auf einen stark beschädigten Dachstuhl retten. Peter Hoff, ein gebürtiger Münstermaifelder, der die Löscharbeiten mit weiteren Seminaristen unterstützte zog sich dabei starke Brandwunden zu, wurde für seine Leistung später jedoch geehrt. Das mit 1.700 Mark versicherte Gebäude wurde später auf Beschluss des Stadtrates abgerissen, da nur noch die Grundmauern und die beiden großen Giebel standen.

 

marstall_400px