Johann Büchel V.

Johann Büchel V. (* 1754, † 1842) war Tuchmacher, Zunftsmeister, Ratsherr, Hochgerichtsschöffe und letzter kurtrierischer Bürgermeister der Stadt Münstermaifeld.

Durch den frühen Tod seines Vaters musste er die begonnenen Studien abbrechen und begann eine Handwerkslehre zum Tuchmacher. Tüchtig auf seinem Gebiet entwickelte er eigene Walk-, Wirk- und Färmemethoden und erlangte großen Reichtum. Während des Besatzungs- und Revolutionswirkens ließ er sich mehrfach dazu überreden, das Bürgermeisteramt in Münstermaifeld zu übernehmen. Sein gesamtes Bargeld opferte er indem er es für Kontributionen und die Besatzungskosten vorstreckte. Wegen der schlechten Wirtschaftlichen Lage geriet er dann selbst in Schulden. Sein damaliger Besitz wurde versteigert. Als keines seiner 11 Kinder für ihn bürgen wollte musste er sogar ein Jahr im Koblenzer Schuldenturm ausharren. Später wurde die Summe vor Gericht mit einer geringen Summe abgefunden. Seit der Zeit setzte er seiner Unterschrift folgenden lateinischen Hexameter in Abkürzungen hinzu: Pro meritis male tractarunt Agamemnona Grai (dt. Die Griechen haben dem Agamemnon seine Verdienste schlecht vergolten; frei übersetzt: „Undank ist der Welt Lohn.“)

Kraft seines Amtes hatte Büchel Zugang zu vielen Schriften und Urkunden, die er neben zahlreichen sonstigen Überlieferungen – auch Dank seiner Kenntnisse in Latein, auszuwerten verstand. Er verfasste als Polygraph ein für Münstermaifeld überaus wichtiges, mehrbändiges Chronikenwerk, Erbauungsbücher und Beruftskundlichem, insgesamt etwa 80 Bände.

 Anton Josef Dräger

Anton Josef Dräger (* 9. September 1794 in Münstermaifeld; † 26. Juli 1833 in Rom) war ein deutscher Maler.

 

Anton_DrgerEr war der Sohn von Martin Dräger, der Schöffe in Münstermaifeld und Verwalter des damaligen Heilig-Geist-Hospitals war, und der Anna Katharina Vacano. Sein Großvater war der Universitätsprofessor zu Trier und Schöffe Nikolaus Josef Dräger.

An der  Kunstakademie Dresden studierte er ab 1817 bei Gerhard Kügelgen bis er vier Jahre später mit anderen deutschen Malern (u.a. Carl Götzloff, Karl Georg Schumacher und Dietrich Wilhelm Lindau) nach Rom, das er am 25. Oktober erreichte. Dort lebte und arbeitete er bis er sehr früh mit 39 Jahren starb. Er wurde als Mitbegründer der Ponte Molle-Gesellschaft, dem Vorläufer des Deutschen Künstlervereins von 1845, bekannt.

An Goethes Farbenlehre orientiert begann er eigene Experimente mit grauen Untermalungen. In seinen Werken nahm er die Niederländer und Venezianer als künstlerisches Vorbild und wurde von seinen Kollegen wegen seiner „koloristischen Begabung“ gerühmt. Er war der erste deutsche Künstler in Rom, der mit einem betonten Kolorismus die um diese Zeit beginnende Wendung zum „Malerischen“ vollzog. Dräger habe alles mehr oder weniger der Farbe geopfert, heißt es deshalb auch.

Dräger war ein Freund des Malers Erwin Speckter (1806-1835), bekannt war er in Rom auch mit Carl Gottlieb Peschel. Auch der preußische Gesandte Christian Karl Josias Freiherr von Bunsen gehörte zu seinem Freundeskreis ebenso wie der Leiter der königlich hannoverschen Gesandtschaft und Kunstsammler August Kestner.


Die Gemälde Drägers befinden sich heute in bekannten Museen, z.B. in Kopenhagen, Rom, Berlin, Dresden, Hannover und Trier.

Dazu gehören u.a.
um 1826: Jakob und Rachel am Brunnen (Link)
1828: Moses am Brunnen
Christi Grablegung (Link)
Männliche Körper (Link)

Heinrich Zilliken

Heinrich Zilliken (* 1841 in Cochem; † 4. November 1900) war Goldschmied und Uhrmacher aus Münstermaifeld.


zilliken1Er gründete zwischen 1865 und 1870 die Turmuhrenfabrik in Münstermaifeld, die sein Sohn Matthias (* 1869; † 1918) ab 1900 bis zum Konkurs 1912 weiter führte. Er baute das Haus (heutige Frankenstraße 2) und errichtete dort sowie auf dem Gelände der heute dahinter liegenden Tankstelle, die Fabrik. Die Turmuhren machten sie bekannt und diese wurden in der ganzen Umgebung bis zur Mittelmosel, der Eifel und des Hunsrücks, des Rheinlandes und Saargebietes, fast alle in Münstermaifeld gefertigt. Die Münstermaifeld Turmuhr war der letzte Auftrag.

In seiner einfachen Werkstatt fertigte er alle Einzelteile, die später im Turm zusammengebaut wurden. Er beschäftigte mehrere Gesellen und Lehrlinge, darunter auch einen Modellschreiner der die Gussformen für die Gehäuse erstellte. Er hatte sehr früh bereits einen Petroleum-Motor zum Antrieb der Drehbänke.

Die in der Schlosserwerkstatt von Johann Dietzler (Schlosserei in der Straße "Schweiz") gefertigten Ziffernblätter wurden anschließend von den Gebr. Balmus vergoldet.



zilliken_mathiasDer letzte Auftrag des Mathias Zilliken war die ehemalige Kirchturmuhr der Stiftskirche St. Martin und St. Severus (Münstermaifeld), die heute restauriert im Rathaus zu sehen ist. Eine weitere, kleinere Turmuhr aus Münstermaifeld wurde 1893 gebaut und ist heute auf der Burg Pyrmont zu sehen. Neben dem Uhrenbau war Heinrich Zilliken auch im Stadtrat der Stadt tätig.

Nikolaus von Kues

Nikolaus von Kues, latinisiert Nicolaus Cusanus oder Nicolaus de Cusa (* 1401 in Kues an der Mosel, heute Bernkastel-Kues; † 11. August 1464 in Todi, Umbrien) war ein berühmter, universal gebildeter deutscher Philosoph, Theologe und Mathematiker. Auch in der Kirchenpolitik spielte er als Kardinal (ab 1448), päpstlicher Legat und ab 1450 Fürstbischof von Brixen eine bedeutende Rolle, insbesondere in den Auseinandersetzungen um die Kirchenreform. Er gehörte zu den ersten deutschen Humanisten in der Epoche des Übergangs zwischen Spätmittelalter und Früher Neuzeit.

(Quelle: Wikipedia)

Von Kues war von 1435-1445 Propst in Münstermaifeld (1435–1445), eine von vielen Pfründen und Ämtern, die er zur Finanzierung seines Lebensunterhaltes dienten. In der Zeit seines Amtes in Münstermaifeld erhielt er auch die Pristerweihe (zwischen 1436 und 1440). Die Cusanusschule in Münstermaifeld wurde nach ihm benannt.

Das erste klassische, philosophische Werk eines Deutschen, die ”De Docta Ignorantia” (von der gelehrten Unwissenheit) begann Nikolaus von Kues vermutlich hier in Münstermaifeld. Vollendet hat er sein Werk, welches er Kardinal Julian Cesarini.(Giuliano Cesarini der Ältere) widmete in Kues an der Mosel (heute Bernkastel-Kues).

 

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De docta ignorantia

Nikolaus von Kues' Hauptwerk "De docta ignorantia" (Über die belehrte Unwissenheit"). Bernkastel-Kues, St. Nikolaus-Hospital, Bibliothek: Codex 218, 1r. - Pergament, nach 12. Febr. 1440, Bastarda von der Hand eines Berufsschreibers. Initiale "A"(dmirabitur) mit Blattausläufer, Widmungszeilen und Kapitelüberschrift rubriziert. Am oberen Blattrand Besitzvermerk der Bibliothek: "Liber hospitalis s(an)c(t)i Nicolai de Cußa 1488°"

Pergament De docta ignorantia

mit freundlicher Genehmigung: © St. Nikolaus-Hospital; Foto: Erich Gutberlet

 

Der Wissensbegriff in De docta ignorantia 

(Die belehrte Unwissenheit) von Nikolaus von Kues von Tobias Zell

"Alle Denkwege führen in Richtung Wahrheit, aber keiner endet am Ziel.
Eine der vielen Ursachen dafür ist, dass schon der Begriff Wahrheit nicht fassbar ist.
Wo sich die Wahrnehmungen ändern, ändert sich auch die Wahrheit.
Vielleicht gibt es nur eine erlebbare Wahrheit, dort nämlich, wo viele Wege sich treffen, die in entgegengesetzte Richtungen führen.
"
(Frieder Lauxmann)


Inhaltsverzeichnis


1. Zur Einführung

2. Zu Entstehung und Inhalt von "De docta ignorantia"

2.1. Der Blitz der Erkenntnis

2.2. Aufbau des Werkes

3. Belehrte Unwissenheit - Wissendes Nicht-Wissen

3.1. Ich weiß, dass ich nichts weiß

3.2. Die cusanische Erkenntnistheorie

3.3. Der Zusammenfall der Gegensätze im Unendlichen

3.4. Negative Theologie und unfassbarer Gott

4. Der unendliche Weg des Erkennens - die belehrte Unwissenheit als Ziel

5. Zur Gotteserkenntnis

6. Die belehrte Unwissenheit als hermeneutischer Zirkel?

7. Schlussbetrachtungen

Literaturverzeichnis


1. Zur Einführung


In "De docta ignorantia", seinem ersten philosophischen Werk, hat Nikolaus von Kues seine bleibenden Grundgedanken festgehalten. Für viele gelten die drei Bände auch als Hauptwerk des Kusaners. Abgeschlossen hat Cusanus seine "belehrte Unwissenheit", die er Kardinal Julian Cesarini widmete, am 12. Februar 1440 zu Kues an der Mosel.

In dem Werk legt Cusanus zwei zentrale Themen seiner Philosophie und Theologie dar. Zum einen stellt er den Zusammenfall der Gegensätze heraus. Dieser sei nur in Gott möglich, wobei Jesus Christus das Bindeglied zwischen Gott und der Welt sei. Die Welt sei stufenweise geordnet, vom Höchsten bis hin zum Niedrigsten. In diesem Zusammenhang tritt auch die Vorliebe des Cusanus für mathematische Denk- und Ausdrucksweisen zu Tage. Derer bedient er sich besonders, wenn es darum geht, die Probleme des unendlich Großen und unendlich Kleinen zu bewältigen und auszudrücken.
Der zweite Schwerpunkt, den Cusanus in "De docta ignorantia" einbettet, ist der, der dem Werk seinen Namen gibt: Die belehrte Unwissenheit - das Wissen um das eigene Nicht-Wissen. Nach Cusanus wird ein Mensch gerade dadurch umso gelehrter, je mehr er um sein eigenes Nicht-Wissen weiß. Das Wissen um das Nicht-Wissen ist also das Ziel. Denn, so Cusanus, wenn uns diese Absicht gelingt, dann haben wir die belehrte Unwissenheit erreicht, die er ausgibt.

Das philosophische Werk des Cusanus ist zugleich ein Dokument für den Wandel scholastischen Denkens hin zum Geist des Humanismus der Renaissance. Damit gehört Cusanus zu den "Wegbereitern der Neuzeit" - wenngleich sein Einfluss zunächst dürftig war. Denn Nikolaus von Kues ist mit seiner Annahme, das Gott das Absolute und das Zentrum aller Überlegungen ist, noch ganz dem Mittelalter verhaftet. Auf der Gegenseite zieht Cusanus aber einen wichtigen Schluss: Die von den antiken Philosophen getroffene Unterscheidung zwischen den Himmelskörpern und der Erde, zwischen himmlischer und irdischer Materie, ist unhaltbar. Mit diesem Ansatz bereitet Cusanus bereits die kopernikanische Wende vor - vorweg genommen hat er sie, entgegen einiger Stimmen, wohl eher nicht.
Ähnlich beurteilt Wilhelm Totok die cusanische Philosophie. Sie sei "eine Philosophie des Übergangs". Und sie sei zum einen der Abschluss des mittelalterlichen Denkens, zum anderen der Beginn des neuzeitlichen Denkens.

"De docta ignorantia" behandelt das Wissen von Gott unter der Bezeichnung des absolut Größten und des absolut Kleinsten sowie der Koinzidenz des Größten und Kleinsten, während der Begriff der "docta ignorantia" selbst gerade die Grundstruktur der Erkenntnis Gottes skizziert. Die belehrte Unwissenheit ist demnach das Ziel und die Vollendung, die jedes Vernunftwesen anstrebt.
Im Folgenden soll die "belehrte Unwissenheit", die Cusanus in seinem Werk "De docta ignorantia" darlegt, näher betrachtet werden. Dabei geht es zum einen um die Gliederung des Werks, die Konzeption des Begriffs der belehrten Unwissenheit und deren Herleitung. Ebenso von Bedeutung wird auch sein, wie Cusanus durch seine Ausführungen einen Wissensbegriff definiert und - vielleicht - auch konstruiert und entwickelt.

2. Zu Entstehung und Inhalt von "De docta ignorantia"


2.1. Der Blitz der Erkenntnis

Das 15. Jahrhundert war die Zeit der Entdeckungen, der großen Seefahrten, der Erfahrung fremder Kulturen sowie der Ausbildung des Bürgertums. Im Jahr 1437/38 reiste Cusanus von Venedig aus nach Konstantinopel, der Hauptstadt des oströmischen Reiches und Sitz des Patriarchen der - seit knapp vier Jahrhunderten von der römischen Kirche getrennten - griechisch-orthodoxen Kirche. Cusanus gehörte einer Gesandtschaft im Auftrag von Papst Eugen IV. an, die die Vereinigung mit der Westkirche, wenn auch nicht unbedingt herbeiführen, so doch zumindest vorbereiten sollte. Zum weiteren Hintergrund: Knapp zwei Jahre später, am 6. Juli 1439, wurde die Vereinigung der Ostkirche mit Rom Wirklichkeit, ohne jedoch von langer Dauer zu sein. Nur 14 Jahre danach, am 29. Mai 1453, eroberten die Türken Konstantinopel und besiegelten so gleichermaßen den Untergang des oströmischen Reiches wie des byzantinischen Patriarchats.

Zurück zu Cusanus. Dieser Delegations-Reise kann meines Erachtens doppelte Bedeutung zugemessen werden. Zum einen spiegelt die Beteiligung des Cusanus an dieser Delegation dessen Idee von weltweiter Toleranz wider, die sowohl andere Zweige des Christentums als auch nicht-christliche Religionen nicht ausschließt. So legt Cusanus in dem später verfassten Werk "De docta ignorantia" eben dar, dass die unterschiedlichen Namen und Bezeichnungen, die die Religionen ihrem Gott geben, nur verschiedene "Ausfaltungen der eingefalteten Fülle des unaussprechlichen Namens" seien.
Zum Zweiten zeigt diese Reise für Cusanus noch eine weitere Dimension dar. Denn die Idee vom Zusammenfall der Gegensätze (coincidentia oppositorum) ist Cusanus nach eigenen Aussagen auf hoher See und eben auf dieser Reise gekommen. Als er sich per Schiff auf der Rückreise von Konstantinopel befand, habe er auf das Meer hinaus geblickt und die Erkenntnis gehabt. Später hat Nikolaus von Kues diesen Moment wohl "mit allen Topoi eines Erweckungserlebnisses ausgestattet" . Die Einsicht sei ihm direkt vom Vater der Lichter zugefallen. Dieser "bescheiden-unbescheidene Verweis auf eine göttliche Erleuchtung verschleiert kaum, wie sehr diese Intuition seiner Genialität geschuldet ist".

[...]

Quelle und weitere Informationen bzw. den kompletten Text unter http://www.hausarbeiten.de/rd/faecher/vorschau/7708.html

 

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